Deutsches Aortenklappenregister - was steckt dahinter?

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung benötigen immer mehr Menschen einen Aortenklappenersatz. Derzeit mehr als 12 000 jährlich. Die Herzchirurgie bietet neben dem herkömmlichen mechanischem (2009: 2.146*) den biologischen Aortenklappenersatz (2009: 11.981*) an. Hinzu kommt nun der Ersatz „neue Klappe in die defekte künstlich biologische Aortenklappe“ sowie die TAVI-Therapie (Transkatheter-Aortenklappe-Implantation) (2009: 2.152*[*)Herzbericht 2009]) bei der die neue Klappe entweder über die Leiste oder transapikal (durch die Herzspitze) implantiert wird.

Bei der neuen Technik „Klappe in Klappe“ verbleibt die defekte Bioprothese im Herzen. „Oft sind die Betroffenen beim notwendigen Ersatz der defekten Bioprothese älter oder betagt und verkraften eine herkömmliche Operation schlechter,“ so Prof. Dr. med. Ralf Zahn, Ludwigshafen. „Das TAVI-Verfahren hingegen kommt jedoch nur bei ausgewählten und sehr kranken Patienten über 75 Jahren zur Anwendung. Um die Einführung dieses innovativen Therapieverfahrens wissenschaftlich konsequent zu begleiten, wurde von den Fachgesellschaften der Herzchirurgen und Kardiologen das Deutsche Aortenklappenregister am 1. Juli 2010 eingerichtet“ (Pressemitteilung vom 1.10.2010 der DGTHG). Vorsitzende des Aortenklappenregisters sind  Prof. Dr. med. Friedrich Mohr, Leipzig, und Prof. Dr. med. Christian Hamm, Bad Nauheim.

Gegenwärtig sind schon zirka 90% der infrage kommenden Herzzentren Deutschlands beteiligt. Unterstützt wird die Arbeit außerdem von der Deutschen Herzstiftung e.V. und den Kostenträgern. Die Finanzierung erfolgt jedoch durch die Herzklappenhersteller. Betont wird, dass diese Finanzierung an keine Bedingungen geknüpft ist.

Welche Patienten nun von welcher Operationsmethode profitieren wird anhand einer Registerstudie herausgefunden. Es werden nicht nur kurzfristige Behandlungsergebnisse erhoben, sondern auch anhand von telefonischer Nachfrage bei den Operierten, Daten über fünf Jahre im Sinne von Überleben und Lebensqualität gesammelt. Die Auswertung erfolgt anonym. Für das Jahr 2010 liegen schon 1 940 verwertbare Daten vor. Über 4 000 Patienten haben sich freiwillig für die Studie registrieren lassen. Jederzeit kann der Patient aber auch seine Einwilligung widerrufen.

Man kann gespannt sein, wie sich die Zukunft der Aortenklappen-Operation gestaltet.                           

Christian Schaefer, Juli 2011